Dies ist die Originalseite des Entdeckers und Entwicklers der Quantum Logic Medicine
Prof. Dr. med. Walter Köster

Skript zum Artikel:
Auf dem Prüfstand: Hahnemanns Homöopathie

Skript zum Artikel der Zeitschrift für Erfahrungsheilkunde, Karl F. Haug Verlag, in MVS Medzinverlage Stuttgart, 10/03

Auf dem Prüfstand: Hahnemanns Homöopathie

Wie ist die Relation zwischen dem Buch „Spiegelungen zwischen Körper und Seele“ und der Klassischen Homöopathie?

Die Brücke aus dem Gedankengut des neuen, völlig überarbeiteten Buches „Spiegelungen zwischen Körper und Seele“ zu Hahnemann ergibt sich fast von allein. Hahnemann spricht immer wieder vom In“begriff“ der Arznei. Dies beinhaltet das Begreifen. Diesbezüglich hat sich die Klassische Homöopathie, hier kurz Homöopathie genannt, in Deutschland phasenweise leider ein wenig schwer getan, sicher auch unter dem fälschlichen Eindruck, wissenschaftlich nicht bestehen zu können beim Versuch, Homöopathie begreifen zu wollen. Unter dem Stichwort der „Phänomenologie“ hat sie für sich das Hinterdenken tabuisiert, ein destruktiver Rückzug, wie wir ihn vom syphilitischen Miasma her kennen. Wer sich aber das Begreifen verbaut, wird nicht erkennen können, warum Fehler auftauchen. Hahnemann selbst hat dies bemerkt, wie sein Werk „Die Chronischen Krankheiten“ zeigt, ein Versuch des Begreifens der Fehlversuche der Homöopathie. Sein Denkmodell der Psora ist in moderner Sprache dem Denken von „Spiegelungen zwischen Körper und Seele“ sehr nahe. Ich möchte dabei zu bedenken geben, dass Denkmodelle nie etwas Statisches oder gar ein Besitz sind. Sie haben den Sinn, durch neue, bessere Denkmodelle überwunden zu werden, sagt Carl Friedrich von Weizsäcker. Will die Homöopathie nicht in einer quasi religiösen Verehrung ihres Gründers verharren, muss sie diese Art des wissenschaftlichen Vorgehens, das schon ihr Gründer anwendete, wieder erlernen.

Die Grundlagen des Organons werden durch Begreifen oft verständlicher. Ich selbst arbeite strikt nach dem Organon, nicht, weil ich daran glaube, sondern weil es sich mir immer wieder hervorragend bewährt hat. Dennoch beantwortet es nicht alle Fragen, wie sollte es auch? Das tut der Genialität Hahnemanns keinen Abbruch. Wissenschaft ist nicht das Werk eines einzigen Menschen, er kann sie nur begründen. In der Homöopathie ist meines Erachtens das Begreifen angesagt, wie es andere Wissenschaften vor uns taten. Dazu bedarf es einer Materia medica, die wiederum begriffen werden will und nicht nur quasi punktuell abgegriffen wird, wie dies mit der reinen Repertoriumshomöopathie entsteht. Die Praxis zeigt, dass es unerlässlich ist, nicht nur die sonderlichen Symptome herauszufiltern, sondern aus diesen Symptomen, strikt am Phänomen, die Situation zu begreifen, in der der Kranke steht. Das geschieht dadurch, dass man die Sprache seiner sonderlichen Symptome zu verstehen sucht, immer gesichert durch die Reproduzierbarkeit dieser Bedeutung auch an anderen Patienten, also „auf den Erfahrungs-Prämissen“ gründend, wie Hahnemann es im § 28 des Organon fordert, wie eine Mathematik, die sich in der Physik bestätigt. Dann lässt sich deutlich mehr Sicherheit gewinnen und die Situation des Kranken besser differenzieren. Es ist beispielsweise wesentlich, den Menschen zu begreifen, der Angst beim Erwachen nach Mitternacht hat. Das Repertorium weist auf CALC, LYC und PH-AC hin. Will er vielleicht zurück in die kindliche Geborgenheit alias „Magen“? Dann wird er eine Arznei brauchen, die diese Richtung beinhaltet, zum Beispiel CALCIUM CARBONICUM. Der Inbegriff seiner Symptome wird „Schutz“ sein, seien es Ersatzleistungen wie kreisrunde Mollusken oder das Verlangen, nach Hause, in die eigenen „Kreise“, zu gehen. Vielleicht wird eine übermäßige Furcht durch Schilderungen von Grausamkeiten seinen Mangel an Schutz herauskristallisieren, also sonderlich erscheinen lassen. Er wird das, was in „Spiegelungen zwischen Körper und Seele“ unter Magen beschrieben ist, mit seinen Symptomen nachzeichnen, als sei es seine mathematische Formel. Ein anderer will diese nächtliche, aus der Latenz (Psora!) sich aufdrängende Angst möglichst schnell überwinden, als Stratege alias „Leber“, wie wir es aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kennen. Dann kann die Arznei nicht CALCIUM CARBONICUM sein, dann wird sie eher LYCOPODIUM aus der Rubrik „Angst beim Erwachen nach Mitternacht“ sein. Ein Dritter verarbeitet Gefühle nicht mehr durch Konsequenz („Galle“), beispielsweise nach einer relativ unbedeutenden Enttäuschung. Er hat vielmehr einen Dreh gefunden, durch den er mit dem Umgehen seiner Gefühle mehr zu gewinnen meint – allerdings auf einer primitiven Ebene; und er meint, er müsse den Verlust auf der höheren, mit dem er dies bezahlt, nicht erspüren. Dieser wird PHOSPHORICUM ACIDUM brauchen. Gerade bei den hochentwickelten Kranken und ihren hochentwickelten Arzneimittelbildern wie den ACIDA ist ohne Verstehen meist ein Probieren in der Homöopathie angesagt. Erst das Verstehen macht aus der scheinbar zufälligen Anordnung von Punkten ein Bild, wie bei den Zahlenbildern der Kinder. Selbst so versierte Beobachter wie Kent versagten bezüglich des Inbegriffes ohne Verstehen, worauf Giorgos Vithoulkas bereits zu Recht hinweist.

Grundgedanken?

„Sagen sie nicht psychosomatisch, sondern besser funktional“, riet mir Carl Friedrich von Weizsäcker. Er wollte damit vermeiden, dass wir wieder in die Zweiteilung Psyche – Soma fallen. Das habe ich davor schon mit dem Titel der Spiegelungen zwischen Körper und Seele ausdrücken wollen: Ein Bereich dazwischen, eine Funktion, in dem diese Trennung nicht zur Geltung kommt. Homöopathie ist wohl weder psychisch noch körperlich. Zu mühelos und leicht überschreitet sie die Grenze zwischen beiden. Aber auch der Kranke tut dies, wenn er Symptome zwischen diesen beiden scheinbar getrennten Bereichen hin und her schiebt. Also muss man ihm wohl mit offenem wissenschaftlichem Blick zugestehen, dass auch er offenkundig primär weder Körper noch Seele ist. Hier muss eine übergeordnete Funktion aktiv sein, die sich um diese von uns – nur in den letzten 3 Jahrhunderten, worauf Weisäcker immer wieder hinweist –  gesetzte Grenze Körper-Seele relativ wenig zu kümmern scheint. Der Begriff des Funktionalen gefällt mir hier auch deshalb besonders gut, weil er die Qualität dieses Bereiches bestmöglich zu beschreiben scheint: Ein Bereich der Funktionen. Jeder Homöopath weiß, dass funktionale Abhängigkeiten wie die zum Wetter oder zu den Menses wichtiger sind als eher anatomische Zustandsbeschreibungen. Selbst Alfonso Masi, Argentinien,  meinte, als ich ihn in diesem Frühjahr zu meinen Vorlesungen an der Universität Heidelberg lud, besonders wichtig seien „psychische Faktoren und solche wie die klimatischen“. Was verbindet beide Begriffe? Das Funktionale. eidelAuch in der TCM ist die Funktion das Wesentliche. Sie zeigt auch das Bleibende an, wenn psychische Symptome somatisiert erscheinen: Ihre Übersetzung in die Sprache der Funktion lässt erkennen, dass die Information beider Symptome eine gemeinsame, einzige ist. Wie auch sonst könnten wir fordern, nur ein einziges Similimum zu finden?

Mein Denken ist wesentlich von der Philosophie der Traditionellen Chinesischen Medizin beeinflusst worden, mehr aber noch von der klassischen griechischen. Nur über seinen Neffen Carl-Friedrich von Weizsäcker hat mich Viktor Freiherr von Weizsäcker beeinflusst, als er mir von dessen Gedanken und dessen Einfluss auf ihn erzählte.

Verlassen wir den Boden der Klassischen Homöopathie? Oder ist das nicht eigentlich verstandene Klassische Homöopathie?

Wenn der Begriff der Funktion in der Homöopathie so essentiell ist, wie könnte man da nicht an die Mathematik denken, die Wissenschaft der Funktionen? Geometrie, Symbol und Ritual sind Informationen, die in einer bestimmten Form „in Form kommen“ und in ihr ihren In-form-ationsgehalt, ihre Bedeutung ausdrücken. „Verstehen heißt zu wissen, was es bedeutet“, ist ein C. F. von Weizsäcker-Wort, das mir wichtig geworden ist. Das Bedeuten beinhaltet natürlich das Deuten. Seit den Griechen ist eben das die Kunst der Wissenschaft, Gegebenheiten so sicher zu deuten, dass die Deutung möglichst eineindeutig ist, also reproduzierbar. Der Versuch der Physik, Realität in mathematischen Einheiten zu deuten und zu begreifen, hat unsere heutige Technik hervorgebracht. Beweist nicht das Flugzeug, dass sie recht hat? Und beweist nicht der 11. September, dass wir den Menschen noch nicht annähernd so verstehen wie das Flugzeug? Sind nicht gerade solche Ereignisse ein Grund, nach besserem Verstehen zu suchen. Gibt es einen besseren Weg als die Homöopathie, welche die alten Paradigmen wie die Geist-Körper-Trennung erfolgreich, weil effektiv heilend über Bord wirft? Ablassen also dürfen von diesem Königsweg der verstehenden, wissenschaftlichen Homöopathie meines Erachtens nicht, wenn wir uns nicht aufgeben wollen.

Dennoch haben Homöopathen jahrelang Deutung als Sakrileg und Tabu betrachtet, aus ihrer inneren Unsicherheit heraus, dem nachfolgenden Dammbruch der dann möglicherweise ausufernden Auslegungen nicht gewachsen zu sein. So haben sie sich selbst blockiert. Ich habe dieses Tabu mehrfach als das IQ-Verbot in der Homöopathie bezeichnet. Das ist so, als verböten wir uns die Physik aus Furcht vor physikalischen Fehlern. Der Effekt wäre eine breite Laienphysik, weil eben doch ein jeder beispielsweise sein elektrisches Licht haben wollte, mit der negativen Folge eines sicherlich erhöhten Auftretens von Unfällen mit Strom. Und wo stehen wir in der Homöopathie? Eben da. Wir sind meines Erachtens immens unwissenschaftlich geblieben, oft weit hinter Hahnemanns Organon. Vor einem Monat bekam ich das Heft eines großen deutschen homöopathischen Ärztevereins zugesandt. Darin wird gemutet und oberflächlich nach Arzneien gesucht, dass Hahnemann gewiss die Haare zu Berge ständen. Und in den sogenannten Naturheilverfahren? Man misst Homöopathie und behauptet, die Richtigkeit sei doppelblind bewiesen und beweisbar (Beispiel Aschoff’scher Bluttest). Nach jahrelangen Prüfungen kann ich nur sagen: Das stimmt nicht, hier werden junge, ahnungslose Kollegen schlicht belogen. Es tummeln sich viele unter dem Namen der Homöopathie, aber es gibt keine Wissenschaft, kein Forum. Die Frucht dessen, dass Hahnemann als vorgeblich Nichtintellektueller gründlich missverstanden (und nicht gelesen?) wurde, ist leider ein Wust von Pseudointellektualität. Es überfordert aber den Einzelnen, dies alles nachzuprüfen. Das ist der Sinn von wissenschaftlicher Teamarbeit.

Daher denke ich, dass wir jetzt viel Mut und persönlichen Einsatz brauchen. Sonst wird die Homöopathie meines Erachtens in wenigen Jahren der Agonie verfallen, weil sie für jeden Unausgebildeten mehr oder weniger unqualifiziert in die Medizin auf Kasse eingeführt worden ist. Es tritt dann eine Situation ein, als würde in der Mathematik niemand mehr exakt rechnen können. Dann verfiele auch der Glaube, ja das Wissen um die Mathematik. Wer kann das wollen, für die Homöopathie?

Eine hohe Forderung ist keine Überforderung, wenn man seine Grenzen kennt und weiß, dass es sich um einzelne Schritte handelt. Die derzeitige Unterforderung in der homöopathischen Ausbildung und deren nachfolgender Ausübung bezahlt der Patient mit einer unglaublichen Unsicherheit in der Therapie. Mir scheint die homöopathische Szene teilweise wie geistig gelähmt (PIC-AC), mit der Wahnidee die Treppe komme auf einen zu, weil man nicht mehr im Stande ist, die einzelnen Stufen wahrzunehmen (Sehen Sie an diesem Beispiel: Man kann die Wahnidee blind pauken oder man kann sie verstehen). Wir brauchen den Mut und die Suche nach einer humanistischen und humanen Bildung eines Hahnemann, aber auch eines Gawlick, dann werden wir den nächsten Schritt (nicht die Treppe) mit Bravour schaffen.

Exakt zu verstehen alias zu interpretieren ist lernbar, ist Wissenschaft. Die Frage ist, ob man an der Realität bleibt, und dies zeigt die Realität in ihrer Antwort. Wenn sich die Idee einer Arznei herausformt, so muss man aus dieser andere Symptome vorhersagen können, die man noch nicht kennt. Das ist der Umgang mit der Realität in der Wissenschaft, und den wünsche ich mir für die Homöopathie. Da gibt es durchaus auch einmal verschiedene, individuelle Antworten für eine dahinter liegende Wahrheit. Die Zahl 1 ist beispielsweise milliardenfach interpretierbar (1 Auto, 1 Haus, 1 Baum), und doch gibt es die Zahl 1 ohne Zweifel, auch wenn sie –abstrakt- keiner gesehen hat. So kann auch PULSATILLA in vielen Facetten sich ausdrücken und ist doch ein einziges, so unfassbar wie eine Zahl. Wenn mir einer der bekanntesten deutschen homöopathischen Ärzte schreibt, hinter dem Symptom gebe es nichts, so tut er mir nicht leid, aber der Zustand der Homöopathie und der ihrer Patienten.

Homöopathie geht jetzt heraus aus dem Kämmerlein des Praktikers. Wir alle sind gefordert. Sie macht einen Entwicklungssprung. Das kennen wir von unseren Kindern, danach tragen sie den gleichen Namen und sind doch kaum wieder zu erkennen. Ihre Form hat sich gewandelt, doch ihre Grundinformation ist gleich, wenn wir begreifen, dass die Grundinformation ein Prozess ist. Wir sollten diese Entwicklung als Aufforderung, nicht als Entmutigung auffassen.

Das Postulat der Stunde?

Gut verstandene Klassische Homöopathie passt zu unserer funktionalen Zeit. Wir wollen Dynamik, Entwicklung wir wollen aber auch Tiefgang und Kultur. Homöopathie ist die hochdifferenzierte, prozessuale Antwort des Lebensprozesses auf das gängige Missverständnis, wir seien funktional einem Chemielaboratorium näher als einer Pflanze. In einer Zeit, in der wir chemischen Ärzte immer ohnmächtiger werden, bietet die wissenschaftlich angewandte Klassische homöopathische Medizin eine Aussicht, tiefgründig und dauerhaft zu heilen. Dabei muss die Entwicklung der Homöopathie zunächst einer Sicherung des Bestandes gelten. Es gilt, grundlegend und wissenschaftlich zu verstehen, was Hahnemann uns hinterlassen hat. Dann allerdings zeigt sich, dass in der Klassischen Homöopathie ein aus meiner Sicht überwältigendes Entwicklungspotential liegt. Das liegt daran, dass die Systematisierung der Homöopathie bisher nur minimal erfolgt ist. Dieser Umstand hat meines Erachtens wesentlich zu den vielen Parallelverfahren geführt, von der Kinesiologie zur sogenannten Elektroakupunktur, die doch an eine wissenschaftlich systematisiert ausgeführte Klassische Homöopathie nach all meiner breiten Erfahrung nicht heranreichen. Sicherheit in der Ausführung der Klassischen Homöopathie ist meines Erachtens das Postulat der Stunde, dann wird die Homöopathie die primäre Medizin der nahen Zukunft sein.

Worin sehen Sie Ihre primäre Aufgabe derzeit?

Die Antwort ergibt sich aus der letzten Frage. Es hat meines Erachtens keinen großen Sinn, derzeit Feldstudien zur Homöopathie durchzuführen. Dafür ist der Ausbildungsgrad zu verschieden. Um Studien auf höchst möglichem Niveau zu verwirklichen, muss die Homöopathie mit wissenschaftlichem Blick durchgeschaut und systematisiert werden. Ich kann dies in ausreichendem Maß nirgendwo bisher finden. Eine solche Darstellung muss dem lernenden Arzt auch ohne das Studium aller alten Quellen ermöglichen, Homöopathie mit Effekt anzuwenden. Physiker lesen auch nicht den alten Newton, um seine Physik anzuwenden. Trotzdem ist dessen Wissen in den neuen Lehrbüchern vorhanden. Solange wir als erstes verlangen, dass Hahnemann gelesen wird, anstatt ein Lehrbuch zu haben, dass seine Gedanken und Erfahrungen in heutiger Sprache exakt und wirklich vollständig und begriffen und in moderner Systematik beinhaltet, werden wir die Homöopathie wie etwas Esoterisches von der Öffentlichkeit fernhalten. Nach (!) einer solchen Einführung wird Hahnemann leicht gelesen, das ist meine Erfahrung aus den Vorlesungen. Am Ende eines meiner Kongresse fragte mich die Redakteurin einer großen deutschen Zeitung, ob ich ihr das, was die Kollegen in der Pressekonferenz gesagt hätten, auch in modernem Deutsch sagen könne. Das komme ihr alles vor wie „aus dem Wald“. So geht es vielen ärztlichen Kollegen, und ich kann es ihnen nicht einmal verdenken. Dies zu ändern, ist mein derzeitig primäres Vorhaben.

Seit ich daran arbeite, zeigt sich immer deutlicher, dass daraus eine in sich logische Struktur gewonnen werden dürfte, aus der dann Fragen beantwortet werden könnten, die bisher –oft unbemerkt- offen geblieben sind. Es sieht zum Beispiel so aus, als sei bei der Multiplen Sklerose eine Weiterentwicklung der Psoratheorie Hahnemanns fällig, um mehr Erfolg in ihrer Therapie zu bekommen. Logik ist dort gefragt, wo Misserfolg auftritt, das wusste schon Aristoteles. Daraus hat er die Grundlagen der Wissenschaft entwickelt. Danach schreit meines Erachtens die Homöopathie. Bisher rettet sich ein jeder Homöopath in die These, er habe eben die falsche Arznei gewählt. Aber warum hat er es denn falsch gewählt? Wo war der Fehler in der  theoretischen Grundlage, aus der heraus die Arznei gewählt wurde? Deshalb steht auch der nächste, von mir geleitete Internationale Homöopathie-Kongress für Chronische Krankheiten unter dem Motto „Aus Fehlern lernen“ (Leipzig, 28.-30.03.03). Wenn wir dann wissen, warum wir etwas wo und wie falsch gemacht haben, dann wird Homöopathie klarer, sicherer und reproduzierbarer. Dann erst schlägt die Stunde der Studien.

Prof. Dr. med. Walter Köster

 

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Carl Gustav Jung (14)

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